Heic Beitrag

Heute befasse ich mich mal mit einer Leser-Anfrage. Ein Blog Leser hat die Frage an mich gerichtet wie man auf einem ChromeBook mit dem HEIC Format umgehen kann. Google Drive und Google Fotos können das zwar, aber lokale Dateien in dem Format funktionieren nicht. Was mache ich also wenn ich Fotos von einem iPhone auf dem ChromeBook betrachten möchte, aber die nicht gleich in mein Google Drive oder Google Fotos hochladen möchte? Damit ist natürlich auch die Option alles einmal durch zu konvertieren gestorben. Nur um das mal anzusehen ist das nicht akzeptabel.

Ich muss gestehen ich kannte das gar nicht und musste mich erst einmal schlau machen. Natürlich fasse ich mal meine Ergebnisse für dich zusammen:

Was ist HEIC?

High Efficiency Image File Format (HEIF) ist ein flexibles Container-Dateiformat für Bilder und Bildsequenzen, das verschiedene KompressionsAlgorithmen unterstützt. Es wurde von der Moving Picture Experts Group (MPEG) definiert (ISO/IEC 23008-12).

HEIF-Dateien sind mit dem ISO Base Media File Format (ISOBMFF, ISO/IEC 14496-12) kompatibel und können auch andere Datenströme wie Text, GIF-Animationen, Alphakanäle, Tiefeninformationen, Live-Fotos, Belichtungsreihen und Audio enthalten. Damit Anwendungen bandbreitensparend Bildausschnitte laden können, werden große Bilder in unabhängige Quadrate aufgeteilt.

Microsoft unterstützt HEIF seit Windows 10 Update 1803 zur Anzeige, ab Update 1809 auch zur Bearbeitung mit Paint. Die dafür notwendige HEIF-Erweiterung aus dem Microsoft Store kann kostenlos installiert werden, setzt jedoch zur Verwendung der Kodierung mit High Efficiency Video Coding (HEVC) die HEVC-Erweiterung voraus. Diese kann für 0,99 € aus dem Store installiert werden.

Apple unterstützt HEIF mit macOS High Sierra und iOS 11 und setzt zusätzlich HEVC ein, das im Vergleich zu JPEG, wie HEIF, ebenfalls 40 Prozent Platzersparnis verspricht. iPhones und iPad nutzen ab iOS 11 als Standard HEIF; bei Übertragung auf PC oder beim Versand z. B. durch Teilen kommt es nicht zu Inkompatibilitäten, da die Bilder in das breit unterstützte JPEG-Format umgewandelt werden; allerdings entstehen Inkompatibilitäten bei Nutzung von Clouddiensten z. B. Google Photos.

Das freie Grafikprogramm GIMP unterstützt HEIF seit dem Release 2.10.2 und ermöglicht damit die Bearbeitung des Formats auf den verbreiteten Betriebssystemen Windows, MacOS und Linux.

Das High Efficiency Image File Format hat die Dateiendung .heif oder .heic. Die Endung .heic soll dabei zusätzlich ausdrücken, dass der Inhalt mit dem HEVC-Format codiert wurde.

WikipediaHigh Efficiency Image File Format

OK, soweit klar, HEIC ist also ein Bildformat, das ein bisschen mehr kann als GIF und besser komprimiert als JPEG. Das klingt ja prinzipiell sehr gut. Aber noch nicht alle Programme können damit umgehen. Das ist von daher problematisch weil die iPhones das neuerdings als Standard Foto Format verwenden.

Was mache ich mit HEIC nun auf dem ChromeBook?

Um das zu testen habe ich mir einige frei verfügbare Sample- und Testbilder gesucht. Ich habe dann mal ein bisschen rumprobiert:

Dateien Anwendung

HEIC im Google Drive
HEIC im Google Drive

Die HEIC Images werden mit dem Dateimanager des ChromeBook mit Vorschau angezeigt. das ist schon einmal sehr gut. Aber bei einen Doppelklick kommt nur eine Fehlermeldung.

Google Drive Fehler
Google Drive Fehler

Google Drive weis nicht was mit den Bildern geschehen soll. Das bedeutet aber, habe ich lokal auf dem ChromeBook oder einer SD Karte Fotos von einem iPhone kann ich die nicht wirklich betrachten.

Google Fotos und Google Drive App

Nach dem Import der Bilder in Google Fotos oder dem Aufruf mit der Google Drive APP werden diese auch angezeigt und ein Doppelklick öffnet auch die Vorschau. Aber mit Collections, also HEIC Dateien die mehrere Bilder beinhalten, kommt der Bildbetrachter nicht klar. Es wird entweder die definierte Übersicht angezeigt oder das definierte Hauptbild, je nach Art der Collection in der Datei.

Soweit so gut, hilft aber auch nicht wenn ich die Bilder auf lokalen Medien habe.

Zusätzliche Programme auf dem ChromeBook

HEIC Image Viewer Decoder

Da die beiden grundlegenden Werkzeuge eines ChromeBook da noch nicht so richtig funktionieren also mal angefangen was zu suchen. Als erstes bin ich über den HEIC Image Viewer Decoder im Chrome Web Store gestolpert.

Also den schnell mal installiert und ausprobiert. Und auch schnell wieder gelöscht. Das ist nur ein Aufruf einer Webseite auf die man HEIC Bilder zur Anzeige hochladen kann. Das hilf mal so gar nicht. Klar könnte ich der Webseite sogar rechte auf mein Drive geben aber irgendwie war das nicht das was ich mir vorgestellt habe.

Google Play Store

Im Play Store tummeln sich unzählige HEIC -> JPEG Konverter. Das ist aber auch nicht die Lösung ein besseres Format in ein Schlechteres zu konvertieren nur um die Bilder richtig zu betrachten. Also geht die Suche weiter.

GIMP das Universalwerkzeug

Was mich eigentlich nicht überrascht hat ist GIMP. Wie du GIMP auf dein ChromeBook bekommst habe ich ja schon beschrieben. GIMP öffnet jede Datei und lässt mich bei Alpha- oder Collection Dateien auswählen welche der beinhalteten Dateien ich öffnen möchte.

HEIC Auswahl im Container
HEIC Auswahl im Container

Und die Bearbeitung funktioniert dann ganz normal.

HEIC Bearbeiten

OK, das ist ja schon einmal klasse aber an der Fragestellung vorbei. Also weiter gesucht, wenn ich schon mal bei den Linux Anwendungen bin kommt die nächste Universalwaffe in Betracht:

digiKam und HEIC

Auf der Webseite von digiKam findet sich auch direkt ein AppImage zum Download.

digiKam Download Seite
digiKam Download Seite

Wie so ein AppImage installiert wird hatte ich ja bereits hier beschrieben. Nach dem ersten Start und dem durchgehen des Installationsassistent funktioniert digeKam einwandfrei.

Zwar hat digiKam auch Probleme im Umgang mit Collections, aber das funktioniert bisher am Besten. Natürlich hat man ggf. mit dein Einschränkungen des Linux Zugriff auf die Lokalen Verzeichnisse zu kämpfen, aber das ist nach meiner Meinung tragbar.

Abschlussworte

Aus meiner Sicht ist die beste Lösung die HEIC Bilder in Google Fotos zu importieren. Möchtest du in jedem Fall lokale Bilder betrachten ist meiner Meinung nach digiKam die beste Wahl. Ich habe auch diverse andere Linux Lösungen getestet, aber die hatten grundlegend Probleme mit dem HEIC Format. Diverse Android Apps, die alle mit de HEIC Format umgehen können sollen funktionieren auf dem ChromeBook nicht. Warum vermag ich nicht zusagen.

Ich hoffe dir mit diesem Beitrag ein bisschen Arbeit erspart zu haben und verbleibe,

Tschüß- Lord CrazyMaker

Leave a Comment

Bitte akzeptiere die Datenschutzbedingungen um Kommentare zu Schreiben.