Videobearbeitung

Nach den Beiträgen zu Medienbearbeitung und Audiobearbeitung kommt nun Videobearbeitung. Natürlich geht das hervorragend mit einem ChromeBook. Und selbstverständlich gebe ich hier wieder einen Tipp der die Linux Sandbox nutzt. Auf diese Weise ist es, im Gegensatz zu den Online Lösungen, auch ohne Internetanbindung möglich zu arbeiten.

Vorbemerkung

Gerade die Videobearbeitung braucht große Mengen an Speicher und CPU. Aus diesem Grund solltet ihr auf ein Chromebook setzen das von beidem möglichst viel zur Verfügung stellt. Und eine zusätzliche SD Karte sollte möglichst schnell sein.

Videobearbeitung mit OpenShot

Auch in diesem Fall setze ich auf bekanntere Linux Software. Bei diesem Thema ist das das Programm OpenShot. OpenShot ist eine freie, nichtlineare Video-Bearbeitungs-Software. Dabei werden die Videosequenzen zuerst auf Festplatten gespeichert. Analoge Daten werden entsprechend digitalisiert. Anschließend können dann einzelne Segmente zusammengefügt werden. Dadurch ist es im Gegensatz zum linearen Schnitt möglich, Videosignale in eine bestehende Sequenz einzufügen, ohne etwas zu überschreiben. Durch die Digitalisierung wird zudem der Generationsverlust durch das mehrfache Kopieren vermieden.

OpenShot zur Videobearbeitung
OpenShot
Logo

Warnung

OpenShot übermittelte ohne Hinweis bereits beim ersten Start personenbezogene Daten an Google. Dieses Verhalten wurde mit Version 2.5.0 auf Opt-In umgestellt.

Da eben diese Funktion mittlerweile aktiv angeschaltet werden muss ist mir das egal. Ich möchte trotzdem drauf hingewiesen haben.

Funktionsumfang

Die Liste der Funktionen von OpenShot lässt keine Wünsche offen.

  •  Plattformübergreifender Videoeditor (Linux, Mac, und Windows)
  • Unterstützung vieler Video-, Audio- und Bildformate
  • Leistungsstarke kurven-basierte Keyframe – Animationen
  • Desktopintegration (ziehen und ablegen)
  • Unbegrenzte Spuren/ Ebenen
  • Clip längenanpassen, skalieren, beschneiden, verbinden, rotieren und zerteilen
  • Video-Übergänge mit Echtzeitvorschau
  • Zusammensetzung, Bildüberlagerungen, Wasserzeichen
  • Titelvorlagen, Titelgestaltung, Untertitel
  • 3D-animierte Titel (und Effekte)
  • Fortschrittliche Zeitachse (einschliesslich ziehen und fallenlassen, blättern, schwenken, zoomen, und einrasten)
  • Einzeilbild-Genauigkeit (Schrittweise durch die Einzelbilder des Videos)
  • Zeitzuordnung und Geschwindigkeitsänderungen an Clips (langsam/schnell, vorwärts/rückwärts, etc…)
  • Audio mischen und schneiden
  • Digitale Videoeffekte, einschliesslich Helligkeit, Gamma, hue, Graustufen, farbbasiere Bildfreistellung (Bluescreen / Greenscreen) , und viele andere mehr!

Benutzung

Nach der Installation findet man das Programm bei Ubuntu-Varianten mit einem Anwendungsmenü unter „Unterhaltungsmedien → OpenShot Video Editor“. Das Programmfenster teilt sich wie folgt auf:

  • Linker Bereich: Magazin für Clips, Übergänge und Effekte
  • Rechter Bereich: Vorschau des Video-Projektes
  • Unterer Bereich: Zeitleiste, in die man die einzelnen Clips ziehen kann

Bevor man mit der Arbeit beginnen kann, wählt man „Datei → Neu“ und gibt die Länge des Projekts in Minuten und das Videoformat an.

Importieren der Clips

Es lässt sich verschiedenes Material für ein Projekt importieren.

  • Video-Clips oder Audio-Dateien: Zum Importieren wählt man entweder „Datei → Dateien importieren“ oder klickt auf das „+“-Symbol in der Werkzeugleiste.
  • Bild-Sequenzen: Über die Funktion „Datei → Bildsequenz importieren“ kann man Bilder zu einem Clip zusammenfügen. Die Bilder müssen allerdings einen einheitlichen Namen haben und nummeriert sein. Beim „Dateinamensmuster“ muss man für die Nummer ein %d einsetzen. Die Option „Frames pro Bild“ legt fest, wie lange ein Bild erscheinen soll. Ein sinnvoller Wert dafür wäre z.B. 100, was bei 25 Frames pro Sekunde einer Länge von vier Sekunden entspricht.
  • Titel: Über „Projekt → Neuer Titel“ kann man Text eingeben und daraus einen (transparenten) Clip erzeugen. Unter „Hier beginnen“ wählt man zunächst ein vorgefertigtes Design aus und klickt auf „Neuen Titel erstellen“. Falls die Funktionalität des eingebauten Editors nicht reichen sollte, kann man den „Erweiterten Editor benutzen“ (falls Inkscape installiert ist). Mit diesem lässt sich fast alles bewerkstelligen. Nachdem man mit dem Titel fertig ist, erscheint dieser in den Projektdateien, und man kann ihn auf die Zeitleiste ziehen.

Schneiden des Videos

Nachdem man sein Material importiert hat, kann man mit dem Schneiden des Videos beginnen. Dazu stehen drei Werkzeuge zur Verfügung:

  • Zeiger-Werkzeug: Auswählen und Verschieben von Clips auf der Zeitleiste
  • Trenn-Werkzeug: Clip in zwei Hälften schneiden
  • Trim-Werkzeug: Teile von Clips abschneiden bzw. verkürzen / verlängern
  • Einschnapp-Werkzeug: Einrasten von Clips, Kapiteln und Marken
  • Marke-Hinzufügen: Marken setzen
  • Vorherige/Nächste Marke: Zu gesetzten Marken wechseln

Um einen Clip zum Video hinzuzufügen, braucht man ihn nur auf die Zeitleiste zu ziehen. Im Klick-Menü eines Clips auf der Zeitleiste stehen außerdem die Optionen „Animation“ (z.B. Zoom) und „Layout“ (Clip zuschneiden) zur Verfügung.

Nützlich sind auch die Marker (zu finden in der Werkzeugleiste), mit denen man sich Markierungen in der Zeitleiste anlegen kann.

Spuren

In der Zeitleiste gibt es verschiedene sog. „Spuren“. Beim Rendern des Videos werden diese wie Ebenen übereinander gelegt, die oberste Ebene liegt dabei ganz oben auf dem Stapel. Um also z.B. einen Text über einem Video anzuzeigen, zieht man den Clip auf die untere Spur und den Titel auf die obere Spur. Eine Spur kann durch Klick auf den Plus Knopf hinzugefügt werden, um eine Spur wieder zu löschen, genügt ein „-Klick → Spur entfernen“.

Übergänge

Um einen Übergang zwischen zwei Clips zu erreichen, braucht man zwei Spuren: ein Video kommt auf die obere und eins auf die untere Spur. An der Stelle, wo der Übergang stattfinden soll, müssen die Videos sich überlappen. Jetzt wechselt man oben links zum Reiter „Übergänge“ und zieht den Übergang seiner Wahl auf die Überlappung zwischen den Videos auf der Zeitleiste. Mit dem „Zeiger-Werkzeug“ kann man den Übergang dann an die richtige Stelle schieben, mit dem „Trim-Werkzeug“ auf die passende Länge bringen. Mit einem Klick auf den Übergang kann man die Richtung festlegen, Einstellungen über die „Eigenschaften“ vornehmen oder den Übergang wieder entfernen.

Effekte

Ein Effekt ist ein bestimmter Filter, der auf einen Clip in der Zeitleiste angewendet werden kann. Es stehen z.B. die Effekte „Verpixeln“„Drehen“ oder „Alter Film“ zur Verfügung. Die Benutzung ist simpel: Man zieht einen Effekt aus dem Reiter „Effekte“ oben links auf einen Clip in der Zeitleiste.

Exportieren

Ist man mit dem Videoschnitt fertig, kann das Video über „Datei → Video exportieren“ oder über einen Klick auf den roten Knopf in der oberen Werkzeugleiste exportiert werden. Es ist auch möglich, das Projekt nicht als Video, sondern als Bildsequenz zu exportieren. Die Option hierfür verbirgt sich im Exportfenster im Reiter „Erweitert“ unter „Erweiterte Optionen“.

Beispiel: Export HTML5-Format

Um ein fertiges Video im modernen HTML5-Format WebM zu erhalten, geht man wie folgt vor: Strg + E drücken und den Reiter „Erweitert“ anwählen. Dort unter Video-Einstellungen als Video-Format „webm“, als Video-Codec „libvpx“ und unter Audio-Codec „libvorbis“ auswählen. Die übrigen Einstellungen können so bleiben.

Einstellungen

Im Einstellungsfenster („Bearbeiten → Einstellungen“) lässt sich das Standard-Video-Profil einstellen. Außerdem kann ein anderes Design für das Aussehen der Zeitleiste und der Symbole eingestellt werden.

Videobearbeitung Manuals

Auf den Seiten des Projekt gib es eine gute Anleitung zu OpenShot (leider in Englisch). Ansonsten findest du im Netz immer Tipps und Lösungen zu deinen Fragestellungen.

Installation

Um OpenShot zu installieren gibst du einfach nachfolgenden Befehl im Linux Terminal Fenster ein.

sudo apt install openshot --yes

Nach Beendigung der Installation erscheint das OpenShot Icon in deiner Programmübersicht in dem Gruppe Linux Apps.

Viel Spaß mit OpenShot und – Good Bye Lord vom CrazyMaker

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